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Proschwitzer Weihnacht am 28.11.2010

Proschwitzer Weihnacht:

Zu Gast im Landschloss Proschwitz derer zur Lippe

 Während einem Stammtischtreffen des AKB kam das Gespräch auf vorweihnachtliche Aktivitäten einzelner Mitstreiter und so war zu erfahren, dass unser Dreiergespann Kerstin DANIEL, Petra TREPPTE und Sonja BADENSCHNEIDER (IG Barock 1690) seit Jahren der Einladung des Prinzenpaares ZUR LIPPE folgt und in winterlich passender Verkleidung echte Hingucker für die Besucher der >>Proschwitzer Weihnacht<< darstellen. Auch heuer war ihre Teilnahme wieder geplant und es sollte diesmal erstmals auch ein Weihnachtsmann dabei sein und aus dem Trio ein Quartett machen. Da eine ursprünglich gegebene Zusage zurückgezogen wurde, sagte ich mir, warum nicht auch mal wieder mit falschem Bart und rotem Mantel .Am Ende der Überlegungen kam auch noch ein Weihnachtsengel dazu. In dieser Konstellation sollte es am Sonntag, den 28. November in das Meißner Weinland gehen. Vorher aber kutschierten wir zunächst nach Blasewitz, wo wir im Kostümverleih >>Scotty Ghost<< (Telefon 0351, 311 9958) von der Chefin Kerstin DANIEL eingekleidet wurden. So verwandelten wir uns in den Weihnachtsmann, einen Weihnachtsengel, Kerstin in die Schneekönigin, Sonja in Frau Holle und den Vogel hat wohl Petra, unsere Flocke, abgeschossen. Als berühmtes Eisbärenkind war sie dann im weihnachtlich geschmückten Proschwitzer Schlossareal der Liebling aller Menschenkinder. Vornweg, ich hätte nicht gedacht, dass wir Fünf so gut dort ankommen würden, was unseren so völlig unbarocken „Ausrutscher“ voll rechtfertigte. Zunächst aber ging es, im Schlepptau von Sonja, ganz, ja sehr ganz, gemütlichen Tempos Richtung Meißen und zum, der Albrechtsburg rechtselbig gegenüberliegenden, Landschloss in Proschwitz- Zadel. Das hatten wir nicht erwartet, - der ganze Ort und einige umliegende Wiesen und Brachen waren ein einziger großer Parkplatz, - Menschen über Menschen im Schlossareal, -  wo im Hof und den Innenräumen zahlreiche Händler, Handwerker, Künstler und Gastronomen ihre Waren und Gaumenfreuden dargeboten haben. Natürlich, wie sollte es bei dem ältesten und größten privaten Weingut Sachsens anders sein, wurden auch edle Tropfen an roten, weißen und perlenden Wein ausgeschenkt und als Flaschenware verkauft. Bekanntermaßen sind die Meißner Weine nicht unbedingt die preiswertesten, aber Qualität hat halt auch hier ihren Preis. Das dafür in Frage kommende Publikum war ja auch recht zahlreich im Lippeschen Weingut/Weinschloss anwesend. Uns, den Person gewordenen weihnachtlichen Märchengestalten, war aber eine ganz andere Besuchergruppe sehr wichtig und das waren die kleinsten Weihnachtsmarktbesucher. Wie freudig, manche aber zunächst auch mit Tränen, nahmen die, zahlreich mit ihren Eltern gekommenen, Kinder den Weihnachtsmann auf und anfängliche Scheu besiegte Flocke der kleine Eisbär und Frau Holle, die immer wieder viel kommenden Schnee versprechen musste (wie recht sie doch hatte, - Tage später versank Sachsen im Schneechaos!) Hingegen erregte die imposante Statur der Schneekönigin bei Groß und Klein respektvolle Bewunderung. Ja und ein Engel, im früheren Leben Chorsängerin und spätere Hofsängerin bei August dem Starken gewesen, kam nicht umhin und hatte so manches schöne Weihnachtslied anzustimmen. Schön, wenn die kleinen Besucher mitgesungen haben, - bei den Eltern klappte es zumeist weniger gut. Hatten wir die Prinzessin ZUR LIPPE schon an der Eingangspforte begrüßt, wo sich die Schlossherrin nicht zu schade war, den Einlass zu regeln, so trafen wir, genau wie alle anderen Marktbesucher am Bratwurststand geduldig anstehend, den Schlossherren Dr Georg Prinz ZUR LIPPE, der sich sehr über unser aller Kommen gefreut hat und in Aussicht stellte, dass er uns auch sommers unbedingt hier haben wolle. Im umfangreichen Veranstaltungskalender für 2011 wird sich das Barock und seine Darsteller einfügen lassen. Wir haben da im AKB so eine Idee und das Schlossherrenpaar war dieser schon mal sehr zugeneigt. Während wir unseren Rundgang machten, sehr zur Freude der großen und kleinen Besucher, erkundeten wir Schlossgarten und die Innenräume und als Menschenkinder hätten wir an manchem Marktstand zugeschlagen, aber wir waren ja Märchenfiguren und da hat man sich zu bescheiden. Erfreulich, dass wir unter den Kunsthandwerkern auch Herrn von KLEIST trafen, den wir bei den 13. Leinentagen in Rammenau kennen lernten, wo er unser dortiges Auftreten so überschwänglich und begeistert gelobt hatte. Auch in unserer jetzigen Verkleidung fand er uns sehr lobenswert. Mit schwindendem Tageslicht kamen die Lichter an den Ständen und in den Buden, an den Weihnachtsbäumen und den Fenstern des Schlosses erst so richtig zur Geltung und machten diesen 1. Adventsonntag noch anziehender. Doch einmal musste auch für uns die Stunde des Abschieds kommen, - zumal die mitgebrachten 5 Kilo Bonbons fast alle weggenascht waren, -  und als wir uns am Kassenhäuschen bei der Schlossherrin verabschiedet hatten, konnten wir konstatieren,  es war sehr gut, dass der Prinz ab 1990/97 den Lippeschen Familienbesitz (Weingut und Schloss)  nach und nach zurückgekauft hat und damit dem weiteren Verfall entgegen wirken konnte. Wie viele Landschlösser und Herrenhäuser haben ein traurigeres Schicksal – bei der Herfahrt mussten wir in Gauernitz so einen traurigen Fall passieren!!  

Am Parkplatz wurden aus den Märchengestalten wieder Menschen, die sich gefreut haben, mit ihrem Mitwirken so vielen anderen Menschen, - vor allem den Kindern, Adventsfreude gebracht zu haben. Unser „Mädeltrio“ freute sich, dass außer ihnen selbst, auch mal welche vom AK >>Barock in Sachsen<< den Weg nach dem Schloss Proschwitz gefunden haben. Dem alten Weißbart und seinem Sangesengel hat es sehr viel Spaß gemacht und so hoffen sie auf weiteren davon im Sommer. Ja und sollten auch 2011 noch Adventssonntage (ohne ganztägige Ladenöffnungszeiten) und Weihnachten gefeiert werden und wir gesund bleiben, dann wollen wir gern wieder an einem dieser vorweihnachtlichen Sonntage in Proschwitz dabei sein.                  Text und Fotos: Bernd Schwabe



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