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Herbstliches Flanieren am 13. 11. 2010

Vom „Schießhaus“ zum Neumarkt  –

                      ein Rundgang durch das historische Dresden

 Als Veranstaltung des Arbeitskreises „Barock in Sachsen“ trafen wir uns am Samstag, den 13. November 2010 zunächst im historischen Gasthaus „Am Schießhaus“ in Dresden- Mitte, um dort unser letztes Stammtischtreffen des Jahres durchzuführen. Im Gegensatz zu August dem Starken, der dieses Wirtshaus zu seinen Lebzeiten an dieser Stelle hätte nicht finden können, - es steht erst seit 1768 hier, fanden es heuer die AK- Mitstreiter in größerer Anzahl um über das Geschehen im vergangenen und die Planung im kommenden Jahr gemeinsam beraten zu können, - natürlich mit dem Kurfürsten an der Spitze. Mit Werner POHLE etablierte sich für den Arbeitskreis ein geeigneter Darsteller des Starken August. Er gehört zum harten Kern der AK- Enthusiasten und hat stets etwas bei unseren Treffen vorzutragen. Diesmal konnte er uns einen Mann präsentieren, den einige von uns schon kannten und immer dann in Verbindung brachten, wenn vom Schloss oder besser von der (fast) Schlossruine Übigau die Rede war. Dort war er in der „Bürgerinitiative Schloss Übigau e. V." sehr engagiert, wollte  mithelfen das Schloss vor weiterem Verfall zu retten, scheiterte aber an Widerständen. Die Bürgerinitiative löste sich daraufhin Ende 2009 auf und auf der Suche nach neuem Betätigungsfeld stieß er auf unseren AK und stellte während unserer Beratung fest, dass es viele gedankliche Gemeinsamkeiten gibt. So freuen wir uns, dass Jürgen NAUMANN, von dem hier die Rede ist, künftig unsere Reihen verstärken möchte. Nicht als Robenträger, aber mit viel Geschichtswissen und vielen guten Ideen will er sich hier einbringen. Wir hoffen, dass das so klappt. Auch unser Freund Axel HÜBNER trug eine tolle Idee vor, die allgemeinen Anklang gefunden hat und in unser Programm 2011 einfließen wird. Wenn das so klappt, wie es angedacht ist, wird hier an dieser Stelle zu gegebener Zeit viel Angenehmes zu berichten sein. Unser Präsident Wolfgang PETZOLDT hatte einiges über die zurückliegenden Veranstaltungen zu berichten und konnte auch einige Vorschläge der Anwesenden notieren, um sie in das neue Jahresprogramm einfließen lassen zu können. Besonderes Augenmerk sollte, laut den Ausführungen von Frd. PETZOLDT, dem 3. Lustlager des TDB, am letzten Maiwochenende des kommenden Jahres, gezollt werden. Dem pflichtete Frdn. Silvia WEISE zu, die weitere Vorschläge für das kommende Jahr machte. Den ersten Höhepunkt soll es Mitte Februar geben. Die Beratung, die bis nach 13:00 Uhr ging, erörterte ein breit gefächertes Themenspektrum und erinnerte uns alle daran, dass nicht nur für den Freund edler Tropfen, das Jahr 2011 ein Jubiläumsjahr – „850 Jahre Sächsischer Wein“ ist, da vor 850 Jahren der Weinanbau in Sachsen das erste Mal erwähnt wurde.. Wir brachen dann bei herrlichstem herbstlichen „Spätlese- Wetter“ zu unserem Flaniergang  auf. Nach dem, was der Wetterbericht tagelang zu berichten wusste, - Dauerregen, Sturmböen, alles Grau in Grau, ist uns nun klar, dass der Wettergott Petrus ein echter Barockfan ist. Sonst hätte er uns nicht diesen herrlichen, zumeist sonnigen und fönwarmen Tag für unser Herbstflanieren beschert. Wir zogen also los, fündig wurden wir auf unserem Wege zum Zwinger nicht, denn eine berühmte Barockausstellung war an bekannter Stelle für unseren Besuch nicht mehr zu finden, dafür konnten wir im Geviert unseres Zwingers der lieben Gräfin von Bose (Christine BARTEL) einen Kuss auf ihre dargebotene Hand hauchen. Wir passierten den Zwinger mit vielen, sehr vielen Zwischenstopps. Viele Papa- und Mamarazzis versperrten uns den Weg, aber was wir suchten, fanden wir nicht. Am Theaterplatz staunten wir wiederum über die vielen Touristen, die diesen schönen Herbsttag in Dresden verbrachten. Das kann uns nur recht sein und freuen, aber leider, auch hier, an so zentralem Platz blieb unsere Spurensuche ohne Erfolg.. Am Fürstenzug entlang gelangten wir zum Neumarkt. Der war von der spätnachmittäglichen Sonne in königliches Gold getaucht und das bunte Gewimmel der vielen Menschen stand dazu in bestem Kontrast. Ideales Licht für das Fotografieren bzw. Knipsen und so waren wir auch hier ständiges Objekt der Begierte. Was wir hier fanden waren sehr aufgeschlossene und freudige Mitmenschen, die sich gern von unserem Tun, unserer Stadt und deren Geschichte und speziell vom Barock erzählen ließen, aber auch am Neumarkt wurden wir wiederum nicht fündig. Die von uns erteilten Auskünfte und unsere Suche hielten uns so lange auf, dass die geplante Einkehr zu einem Tässchen „Heeßen“ ausfallen musste. Gern geschehen, - derartiges Interesse tut uns und unserer Stadt gut. Dann nahmen wir den Rückweg zum „Schießhaus“, denn es begann schon zu dämmern. Wir verspürten auf unserem Weg dorthin weiterhin das große Interesse an unserem Auftreten, aber fündig wurden wir hier mit unserer speziellen Suche auch jetzt noch nicht, aber wir konnten konstatieren, dass wir wieder einmal einen wirklich schönen Nachmittag in der prachtvollen Kulisse unserer barocken Innenstadt erleben durften, - dank derer, die sich unserem Gefolge in Robe angeschlossen haben und dank auch derer, die uns mit so viel Interesse und Freude aufnahmen. Dresden mit seinem in Stein gehauenen Barock braucht auch die Lebendigkeit der Leute, denen diese Stadt Heimat und Heimstatt für ihre Traditionspflege ist.   Als wir uns am „Schießhaus“ verabschiedeten, äußerten wir unsere Hoffnung, - einen guten Monat hat das Jahr 2010 ja noch, dass wir vielleicht doch noch fündig werden könnten und die, in der Presse so großartig, aus Warschau angekündigten großformatigen Gemälde- Repliken, irgendwo in Dresden entdecken können. Wie würde es uns und die Besucher Dresdens freuen. Jedoch:„Das Auge voll, auch Mund und Ohren, -  wird manche Idee schnell tot geboren. Man sollte stets bescheiden sein, dann tritt Erfolg wohl sichrer ein. Die Bilder spät auch im Advent, hier in Dresden keiner kennt“.  Text u. Fotos: B. Schwabe

 



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