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30.08.- 02.09.2007 - Zu Gast beim Alten Fritz im Krongut Bornstedt in Potsdam


„Zu Gast beim Alten Fritz"
Biwak im Krongut Bornstedt von Potsdam

Voller Erwartung reisten wir zum Krongut nach Potsdam-Bornstedt, war doch der gute Ruf dieses Biwaks vorausgeeilt. Die Einladung des Alten Fritzen gehört alljährlich zu den Eventhöhepunkten
Der Rosengarten gab unserer Zeltstadt einen lieblichen Rahmen. In nächster Nachbarschaft schlugen die Oberhofmeisterin von Sachsen-Gotha, Frau von Buchwald (Sandra GERLACH), der Chevalier Olivier (Oliver DOERSCHEL), die hochedlen ägyptische Herrschaften mot fremdländisch anmutendem Zeltbau und nicht zu übersehen der Alte Fritz (Rolf ZAHREN) ihre Zelte auf. Wir fühlten uns gleich ganz heimisch.
Der Mittwochabend war dann auch ganz damit ausgefüllt, von Zelt zu Zelt zu gehen, sich zu „beschnuppern" und in fröhlicher Runde beisammen zu sitzen. Bei der Gelegenheit kann man neue Freundschaften schließen oder schon länger bestehende vertiefen. Wir haben das ausgiebig so gehandhabt.

Am Donnerstagmorgen ging es zum Bushalteplatz, von wo uns eine kurze aber interessante Fahrt durch einige historische Sehenswürdigkeiten Potsdams geboten wurde. Das „Holländer-Viertel", die Moskowiter-Siedlung „Alexandrowka", die (einst) „Verbotene Stadt" (KGB-Zentrale), der Rathausplatz und weitere touristische Attraktionen wurden uns gezeigt, ehe wir das Endziel unserer Busfahrt, die Schiffsanlegestelle der Spreedampfer, erreicht hatten. Hier und auch an Bord, waren nun wir, die aus ganz Deutschland angereisten Traditionsfreunde, die viel bestaunte (und vielleicht auch manchmal belächelte) Attraktion. Wir genossen es ebenso wie die herrliche Landschaft, die berühmten Bauwerke und die Zeugnisse preußischen Fleißes, die sich uns rechts und links der Spree boten. Jung und Alt war von dieser „Kahnpartie" begeistert, so auch der jüngste Teilnehmer, ein kleiner halbjähriger Conte in blauem Prachtstrampler mit dazu passendem Dreispitz und Schnuller (allerliebst) sowie der altbewährte, betagte Haudegen der preußischen Husaren ....

Bei unserem anschließenden Flanieren durch den berühmten Schlosspark waren die Besucher ob der barocken Gesellschaft ganz entzückt, und es wurden viele Fotoapparate gezückt.
Nach dem Parkbummel gab es Lagerleben im Biwak, was sich so auch am Freitag darstellte. Während der Ouvertüretage vor dem eigentlichen Event und auch während diesem wurden wir vom Betreiber des Krongutes ganz ausgezeichnet mit Verpflegung versorgt, was uns auch hier an dieser Stelle zu einem DANKESCHÖN befleißigt.

Am Samstagmorgen ging es, angeführt durch Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig, seinem Sohn Friedrich II., dem Großen und dem sächsischen Kurfürst-König August II., dem Starken, zum Eröffnungsappell.

Die auf dem Gutshof hatte die zahlreich erschienen Edelleute und Militärs Aufstellung genommen. Allen voran marschierten die Langen Kerls auf. Ein Spielmannszug aus Eisleben umrahmte den Appell mit zeitlich passender Musik.
Der Hauptmann der Zietenhusaren, Jürgen CZESZAK, überreichte in seiner Eigenschaft als Vertreter der Vereinigung der Traditionsverbände Mitteleuropas an verdienstvolle Kameraden und den Spielmannszug die Ehrenmedaille „Hans-Joachim von Zieten".
Die königlichen Majestäten nahmen abschließend die Parade der angetretenen Militärverbände ab und erwiesen auch den anwesenden hohen Edeldamen und -herren ihre Referenz.
Danach ging es gemeinsam  wieder in den nahe gelegenen Schlosspark von Sanssouci, wo uns in unseren Roben wiederum die allerhöchste Aufmerksamkeit der Parkbesucher begleitete.

Der Tag verging mit Schauexerzieren der Langen Kerls und anderer Truppenteile, Salutschießen und den wundervollen Tanzdarbietungen der Rokokotanzgruppe „Les danseurs de Sans Souci". Bei Verfolgen dieser Rokokotänze, hervorragend zelebriert und erläutert vom Tanzmeister ( Mike SPRENGER,der übrigens auch ein hervorragender, wenn auch etwas zu junger, Soldatenkönig war), bekam man Lust, diese Kunst selbst zu erlernen. Im Lager hatten die zurückgebliebenen, Frank, Regina, Sandra und Silvia derweil eine Kaffeetafel hergerichtet und so konnten wir unsere Gäste zum hochedlen Kränzchen erwarten.
Unsere Einladung wurde freudig und gern und zahlreich angenommen. Wir sehen uns damit als Verein und Darsteller bestätigt und freuen uns, in der Familie der Historienfreunde einen festen Platz errungen zu haben.

Zum Kaffe wurde selbstgebackener Kuchen à la Königsmarck und barocke Musik gereicht. Die Darbietungen der musizierenden Zwillingsmädchen, einschließlich ihrer Mutti, der Flöte spielenden Gräfin von Königsmarck sowie der „Sächsischen Nachtigall" Regina de Moretti, ihres Zeichens Hofsängerin, begeisterte nicht nur die geladenen, sondern auch die zahlreichen Zaungäste. Sie alle dankten es den Musikerinnen mit kräftigem Händegeklapper.

Mit dem Zapfenstreich ging der Samstagabend und damit dieses freundliche Event im Krongut zu Ende. Der Abschied von unseren Freunden am Sonntagvormittag fiel uns schwer, auch wenn wir in der Gewissheit sind, dass es nicht das letzte Freundschaftstreffen in Sachen Barock gewesen sein wird.
Danke den Veranstaltern und Sponsoren, Danke dem Preußenkönig für die Einladung in sein Reich - wir kommen gern wieder nach Potsdam. B.S.



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