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7.Leopoldsfest in Dessau, 2. - 4.07.10

Dessau- Rosslau lud ein zu fröhlichem Feste:
Das 7. Leopoldsfest vom 2. bis 4. Juli 2010
Dessau und Leopoldsfest gehören zusammen, so wie der TDB seit Jahren zu den Teilnehmern dieses wohl organisierten Events gehört und das Fest des Fürsten Leopold zu seinen Jahreshöhepunkten zählt. Wer von uns wollte da bei der diesjährigen 7. Auflage fehlen? Man müsste schon ziemlich hart am Kopf getroffen sein, wenn man kurzfristig und ohne Erklärung des Nichterscheinens, gerade diesem hochwertigen Treffen der Historiendarsteller, fern geblieben wäre. Auch unser Siggi SCHURA hatte sich sehr auf Dessau gefreut, aber leider hinderte ihn ein persönlicher Schicksalsschlag an der Teilnahme und unsere Vereinsvorsitzende Silvia WEISE war mit ihrer >>Storiet Events<< - Agentur beruflich verhindert, aus ähnlichem Grund fehlte auch Frank WEISE. Gern hätten diese TDB'er heuer Einzug in der Doppelstadt Dessau- Rosslau gehalten, aber in 2011 folgt ja (hoffentlich) das 8. Leopoldsfest und dann wollen wir wieder möglichst vollzählig hier sein. So schlug zunächst am Freitagnachmittag nur Tilo MEIßNER, unser Darsteller August II., sein Zelt im Stadtpark von Dessau auf. Am späten Nachmittag, Tilo hatte sich schon zur Eröffnungsveranstaltung in der Kulturkirche St. Marien gerüstet, folgten Regina und Bernd SCHWABE. Am frühen Samstagmorgen lenkte dann auch noch der Stadt- und Platzmajor von Dresden Oberst Graf von Bose mit Gattin (Wolfgang PETZOLDT und Christine BARTEL) seine Rösser zum Festplatz. Während Majestät sich bei salbungsvollen Reden, Musik und Tanz in der Kulturkirche ergötzen konnte und das diesjährige Leopoldsfest mit eröffnete, schlugen Hofsängerin und Cämmerer (Regina und Bernd SCHWABE) ihre Leinwandvillen auf, nicht ohne vorher einer ausgiebigen Begrüßungscour nachgegangen zu sein. Viele liebe Freunde und alte Bekannte waren zu begrüßen und fanden sich während der drei Tage dieses Events noch an unseren Zelten ein. Besonders herzlich fällt immer die Begrüßung durch Besonders freuten wir uns wieder über das nächtliche Singen mit Flo und seinen Rokokotänzerkollegen aus Potsdam. Ausgelassener konnte die Stimmung nicht sein, obwohl (oder gerade weil): „Schockschwerenot mein Eheweib ist tot...". Florians Texte zünden immer und der „Schläger" Mike sorgte dafür, dass der Vor- und die Nachsänger im richtigen Takt blieben. Auch unser Neustadter Freund Bernd SCHALLER war in dieser fröhlichen Runde dabei und bewies wieder einmal, dass er die rechte Vaterfigur und ein wirklicher Kinderfreund ist (der was von Kinder- und Jugendarbeit versteht), denn um ihn gruppiert war der Nachwuchs der Potsdamer Darstellerszene. Auch am Samstagabend hatten wir Bernd noch an unserem „Lagerfeuer", - sein Steffen hatte uns zuvor noch mit Kräuterreibekuchen in leckerer Pfifferlingssauce verwöhnt-, worauf wir in den Sonntag hineingefetet haben und punkt Mitternacht stießen wir auf den 66. Geburtstag unseres Freundes aus dem AK >>Barock in Sachsen<< an. Der Samstagvormittag sah uns bei der Eröffnung des Festes auf der Bühne am Marktplatz, wo wir im Gefolge des Hofstaates des sächsischen Kurfürsten , neben der Fürstin, die ihren Ehegemahl, der auf einem (Friedens-)Feldzug weilen musste (Bosnien), in glänzender Manier vertrat, , dem Geschehen folgten. Der OB Herr KOSCHNIK hielt eine kurze Eröffnungsrede, der sich eine Vertreterin der Partnerstadt Düren (?) anschloss und die Dessauer Jäger gaben den Eröffnungssalut aus ihren Flinten ab. Unter der Musik des Eislebener Spielmannzuges und dem Vorbeimarsch der historischen militärischen Formationen nahm dieser Festsonnabend seinen Verlauf. Die Militärs steuerten das Zeltlager an, wo sie mit Exerziervorführungen und manchem lauten Knall die Besucher, je nach Temperament, erfreuten oder erschreckten. Unser Hofstaat und manch weitere edle Herrschaften flanierten indes durch das Gewirr von Händler- und Handwerkerständen und begutachteten deren Auslagen. Besondere Anziehungskraft hatten jedoch die Getränkekioske, was den äußerst hochsommerlichen Temperaturen geschuldet war. Das gute Dessauer Bier und rote Fassbrause flossen an diesem Wochenende in Strömen. Man wollte nicht glauben, dass auch letzteres Gesöff so gut munden kann. Gut gekühlt lief jede Flüssigkeit wie geölt die Kehlen hinab. Das Geviert der Dessauer Innenstadt hatte sich besonders stark aufgewärmt und so trollten wir uns alsbald in die „Kühle" des Stadtparks wo unsere Zelte standen und die Vorführungen im vollen Gange waren. Wir wurden hier schon von „alten Bekannten" begrüßt, - Besuchern, die uns noch vom vergangenen Jahr her kannten und heuer wieder begrüßen und mit ihren Fragen bestürmen wollten. Uns erfreut das große Interesse der Dessau- Rosslauer immer wieder, auch wenn heuer tags über, Hitze bedingt, der Besucherandrang nicht ganz so stark wie andere Jahre war. Mit der abendlichen Abkühlung kamen auch die Festbesucher und in der Innenstadt war ein reger Trubel. Während jetzt aber tagsüber im Stadtpark das Mannsvolk bei einem Appell weich gekocht wurde, ließen es sich die hochedlen Damen an einem schattigen Plätzchen unter den alten Parkbäumen an der Festtafel gut sein und genossen die Erzeugnisse des fürstlichen Hofkonditormeisters. Der hatte offenbar seiner Fürstin beste Qualität abgeliefert, denn trotz gelegentlichem „Donnergrollen" vom Appellplatz her, fielen die leckeren Torten und Törtchen nicht in sich zusammen... Da das Programm so vielseitig war und wir darin involviert waren, konnten wir nicht alle Darbietungen wahrnehmen. So verpassten wir leider im Vorderen Tiergarten die Reitervorführungen Diese Vorführung dort soll begeisternd gewesen sein. Begeistert hat auch die Biegisheimer Guggenmusik, die wir schon vor zwei Jahren erleben durften. Laut, kraftvoll und mit körperlichem Power wurde uns deren Musik nahe gebracht - ein Entrinnen war nicht möglich, eher zog diese lautstarke Musikparade in Minutenschnelle die Parkbesucher an- dicht umlagert waren dann die „Guggenheimer", die in ihrer Musiktruppe von der Oma bis zum Schulkind alle Altersklassen vertreten haben. Am Sonntag lockten uns ähnliche Klänge vom Fassbrausenzapfhahn weg. Die Güstner Schotten wussten das Biwak mit ihren Schalmeien und viel Humor aufzumischen. Selbst der stocksteifste barocke Cämmerer wurde bei dieser kraftvollen Darbietung mitgerissen. Jedoch war nicht jede seiner hektischen Bewegungen der mitreißenden Musik geschuldet. Schon am Freitagabend, als alle „Not leidenden" Adelsleute und Militärs an der „Dessauer Tafel" bei Freibier, Freibrause und Freischlemmerei Platz genommen hatten, hatten sie ihr Hier sein mit viel Gesumme und in blutgieriger Angriffslaune angekündigt, aber dieses Mückenvolk hatte offenbar in den sumpfigen Niederungen der Muldenaue Plakate aufgehängt, die zum großen Leopolds- Blutzapfen eingeladen haben. Billionen dieser Biester kamen und haben am Samstagabend nicht nur dem Cämmerer und weiteren Besuchern des Zapfenstreiches arg zugesetzt. Das arme Soldatenvolk, welches während der Zeremonie in militärischer Disziplin stillstehen musste und nicht um sich schlagen durfte! In dem Moment dürften diese eine einleuchtende Erklärung dafür gehabt haben, warum man bei solcher Sommerhitze auch noch gut wärmende Gamaschen tragen muss. Noch nie haben wir solche Massenschwärme dieser Blutsauger gesehen und ertragen müssen,- die weißen Kniestrümpfe des Adelsvolkes bekamen ein „Mückentotklatschmuster" vom Feinsten. Selbst das medizinische Abwehröl zu 8,00 Euro pro Fläschchen zügelte der Mücken Appetit nicht. So war der Zapfenstreich diesmal der reine Genuss nicht unbedingt und wir waren froh, dass es sich nach unserer Wiederkehr im Biwak etwas abgekühlt hatte und sich der Insektenbesuch nun in Grenzen hielt. Majestät und Hofsängerin haben offenbar besonders gut schmeckendes Blut, denn sie sahen nach dem Mückenangriff recht aufgebeult aus. Aber, wie bereits weiter oben gesagt, bei bester Laune, schöngeistigen Getränken und netten freundschaftlichen Begegnungen, bis spät nach dem 0 Uhr- Feuerwerk, war diese Pein schnell vergessen und vermieste uns die Feierlaune nicht. Vor den meisten Zelten (der Militärs) muss es ähnlich zugegangen sein, vielleicht noch etwas feuchtfröhlicher, denn der Feldgottesdienst am Sonntagmorgen sah vornehmlich Adelsleute und einige der härtesten der harten Solodatenkerls (Lange Kerls stehen in jeder Situation aufrecht wie preußische Eichen!). Langsam erweckte das Lager zu Leben und es gab noch manche Besucherattraktion zu sehen. Um Mittag, wo man sich wegen der großen Hitze am Liebsten in den tiefsten Baumschatten verkrochen hätte, rüstete das Lager zu seinem „Langen Marsch", dem Festumzug durch Dessau. Die Majestäten Friedrich II. und August II. führten in ihrer Kutsche den Zug an, den sie dann auf der Bühne erwarteten und huldvoll begrüßten. Zum Fähnlein der militärischen und zivilhistorischen Barockdarsteller gesellte sich nun noch eine Vielzahl von „Mittätern". Da sah man Heimatvereine, Mittelalterliche Darsteller, Spielleute, Schützenvereine, Traditionsvereine verschiedenster Genre, Sportgruppen und die Nabelschauen mehrerer Bauchtanzgruppen. Alles gut anzusehen, aber auch hier waren Prinz Jano und Prinz Rudi „The Kings" (Wurden während der Festwoche in den Prinzenstand erhoben, da sie seit drei Jahren in Robe dabei sind und einst die jüngsten Teilnehmer waren.) Der Festumzug machte uns wieder sehr viel Spaß, zumal die Bürger Dessaus und Rosslaus die Straßenränder trotz der Hitze dicht gedrängt säumten und mit Beifall nicht geizten. Der alte Cämmerer geizte wiederum nicht mit Honneurs und so kam er auch nicht an der Schultheißin von Altjeßnitz vorbei, die ihn bat, dem alten Baron Hans Adam von Ende die besten Grüße zu übermitteln und auszurichten, dass man gern seine Einladung zum Irrgartenfest am folgenden Samstag annehmen wolle (oder war es umgekehrt?). Als die letzten Teilnehmer an der Bühne vorbeidefiliert waren, ging es mit den durchlauchtigsten Majestäten zum Lager zurück. Hier waren zunächst die Getränkestände wieder stark umlagert, auch wenn der ausrichtende Verein vorsorglich an der Strecke für erfrischendes Nass gedacht hat. In dem Zusammenhang möchten wir uns, und da spreche ich sicher im Namen der meisten Darsteller, stellvertretend für alle Helfer ganz herzlich bei den Freunden..... bedanken. Das 7. Leopoldsfest war wieder eine Wucht und wir hoffen, dass dem Verein nie die Luft ausgehen möge und wir noch oft den Geburtstag des Fürsten Leopold von Anhalt- Dessau feiern können. Dieser Wunsch und unser aller Dank wurde auch beim Abschlussappell laut und wenn die Fürstin Anna Amalia mit den Teilnahmediplomen des Fürsten den Dank an alle Darsteller abstattete, so muss wohl die Urkunde für die Ausrichter des Festes besonders groß, prächtig und in Gold gefasst sein. Wir freuen uns jedenfalls schon auf das 8. Fest des Alten Dessauer und hoffen, dass er dann wieder persönlich anwesend sein kann und mit seinem GePOLDYre dem Event den letzten Schliff geben kann. Was wäre solch ein Fest ohne Leopold, Alten Fritzen (Rolf ZAHREN), Kronprinz Friedrich (Steffen LEU), August den Starken (Tilo MEIßNER), die Obristen aus Düren, die Tänzer aus Potsdam, die militärischen Formationen und das ganze Adelsvolk, nicht zu vergessen die Spielleute und weiteren Künstler, die dem Fest den rechten Rahmen geben. DANKE, DANKE, DANKE. Text und Fotos: Bernd Schwabe

 



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