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17.08.- 19.08.2007 - Historisches Wochenende in Blankenburg

Historisches Wochenende in Blankenburg
Pulverdampf, Lagerleben, Hofgesellschaften zwischen Vogelherd und Kleinem Schloss

 

Im August des Vorjahres hatten wir das Historische Wochenende im Blankenburger Areal des Kleinen Schlosses kennen gelernt. Da es uns so gut gefiel, folgten wir der Einladung unserer Blankenburger Freunde auch heuer gern und schlugen unsere Zelte bereits am Montag, dem 13. August am Vogelherd auf.
Das Wetter war zunächst nicht sehr einladend - wir sahen Vorzelte weg wehen, Firststangen brechen und eine gewitterängstlich zitternde Hofsängerin.
Am Mittwoch brachten dann unser Kurfürst und der Kurprinz etwas besseres Wetter mit.
Wir erlebten in der Zwischenzeit wie sich das Lager von Tag zu Tag vergrößerte. Als der letzte Hering im Boden war, konnten wir mit dem Gastgeberverein feststellen, dass es erneut eine Rekordbeteiligung gab. Selbst aus Holland sind die Glasenap-Husaren angereist. Frühzeitig war auch Rolf ZAHREN, der Darsteller Friedrich des Großen, Matthias MECHELA und Freunde, im Lager angekommen. Aber auch eine ägyptische Prinzessin mit ihrem Prinz (Petra SCHEIßER mit Jürgen HÜTTEL) ,im fremdländisch anmutenden Zelt, und selbst Attila der Hunnenkönig (Michael SCHNEIDER)war mit seiner Greka (Bruni SCHNEIDER) und seinem Gefolge am Vogelherd aufgetaucht. Noch vor der offiziellen Programmabfolge gab es viele kameradschaftliche Begegnungen, auch mit unseren Freunden der Blankenburger Traditionsgemeinschaft - Leben im 18. Jahrhundert/ Infanterie Regiment No. 39.
Wir folgten gern deren Einladung zum zünftigen abendlichen Schmaus und der Führung durch Martina FOCKE, die uns in das historische Quedlinburg führte. Hier konnte unsere Gräfin von Königsmarck, die als Pröpstin am dortigen Damenstift wirkte, schon mal ihre Grablage im Dom in Augenschein nehmen.
Von der Museumsführerin Frau SCHLEGEL, die uns durch die altehrwürdigen Gemäuer führte, haben wir viel Interessantes über die Quedlinburger Zeit der ersten Mätresse August des Starken erfahren.
Hier im Harz geweilt und nicht auf dem Hexentanzplatz gewesen zu sein, würde nicht angehen und so machten wir auch noch einen Abstecher zu dieser sagenumwobenen Sehenswürdigkeit oberhalb Thales.
Durch diese interessanten Unternehmungen verging die Zeit wie im Fluge und so konnten wir am Freitagabend gegen 18 Uhr das Event am Kleinen Schloss mit unseren Freunden aus ganz Deutschland und den Niederlanden eröffnen.
Gern nahmen wir die Einladung zweier Jubilare an und nahmen an der Geburtstagstafel Platz. Die Geburtstagskinder wurden von Rolf ZAHREN mit je einem Gemälde beschenkt, welches sie hoch zu Ross und in historischem Outfit zeigte. Diese meisterlich gemalten Bilder zeugen vom hohen künstlerischen Talent unseres Freundes.
Der Sonnabend läutete mit dem Morgenappell am Kleinen Schloss einen weiteren ereignisreichen Tag dieses Historientreffens ein.
Der Festumzug durch Blankenburg war wieder vielfältig und bunt und wie letztes Jahr auch schon, hatten die Pferde vor den Kutschen wieder ihre liebe Mühe, die Steigungen auf dem Wege des Umzuges zu meistern. Daher waren die Insassen mehr zu Fuß als auf Rädern unterwegs. Armer fußlahmer Augustus REX!!
Am Rathaus gab es, wie im Jahr zuvor, ein Gruppenfoto aller Teilnehmer, die danach in Gefolgschaft des Orchesters POWIATOWA ORKIESTRA DETA der polnischen Partnerregion bei „sehr passender Musik des Barock" zurück zum Schloss und Vogelherd gingen, wo das Hof- bzw. Lagerleben weitergeführt wurde.

Gegen 14 Uhr war es dann etwas lauter und Pulverdampf zog über das Gelände des Schlossparks. Die teilnehmenden militärhistorischen Gruppen gaben Vorführungen aus ihrem Metier. Das gleiche Spektakel fand am Sonntagvormittag an gleicher Stelle nochmals statt. Unter den Augen des obersten Feldherrn, der (überwiegend) preußischen Truppen FRIEDRICH II., ging es wiederum hoch her, und das Donnern der Kanonen war weithin zu vernehmen. Wie im wahren Leben kaum, nahm auch ein kleines Kontingent sächsische Truppen (Weißenfelser), als Verbündete der Preußen am Manöver teil. Unserem sächsischen Kurfürst Friedrich August I. war es "vorbehalten", aus der Menge der Zuschauer heraus dem Geschen zu folgen. Es darf verwundern.
Am Abend dieses Samstags saßen die beiden Herrscher wohlfein beisammen, um sich am Gastgeschenk des sächsischen Kurfürsten-Königs zu erfreuen.
Das „KURFÜRSTLICH-SÄCHSISCHE BAROCKENSEMBLE" mit seiner Hofsängerin Baronessa Regina de MORETTI war aus Dresden angereist und sollte - nicht wissend, dass zur gleichen Zeit im benachbarten Terrassengarten der Orangerie ein Weinfest (?) mit dazu „typischer", lautstarker Disco-Musik stattfindet - ein kleines Programm mit Liedern der Barockzeit darbieten.
Zahlreiche Blankenburger mussten dafür lange ausharren und wurden dann weitestgehend durch den benachbarten Krach um diesen Kunstgenuss gebracht. Schade, dass diese Störung ausgerechnet vom Kulturdezernenten der Stadt ausging, der dazu auch noch ziemlich falsch sang und damit die zarten barocken Töne übertönte. (Organisationstalent lass grüßen!)
Die Gäste, die sich in der Gartenterrasse, direkt um die Musikanten postiert hatten und die Darbietungen mitbekamen, waren vom Auftreten der Barockmusiker aus Dresden sehr angetan und ihr lang anhaltendes „Händegeklapper" bezeugte dies.
Ungeteilt war dann anschließend die Freude am Höhenfeuerwerk, welches weiteren Glanz über die Barockgärten Blankenburgs verbreitete.

Bevor wir am Sonntag die Heimreise antraten, nahmen wir noch am Abschlussappell vor dem Schloss teil und konnten resümieren, dass sich dieser Ausflug in den Harz wieder einmal gelohnt hat. Den Mitorganisatoren Rita und Norbert ARBANOWSKI, Martina und Wilfried FOCKE sowie den anderen Freunden der BTG danken wir für die freundliche Aufnahme und das schöne Fest vor historischer Kulisse von Schlössern und Gärten Blankenburgs.
Wir kommen mit Sicherheit wieder in die schöne Stadt am Harz - und das sehr gern.
B.S.

 

 

 



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